Freilichtbühne Ebermannsdorf

Pressebericht vom 01.06.2010

Pinseln in der Lebensabschnitts-Stadt

Der Künstler

Hans-Georg Hierl ist mit Leib und Seele bei der Arbeit, Hier sitzt jeder Pinselstrich - und mit jedem weiteren Pinselstrich erweckt er die Max-und-Moritz-Stadt zum Leben.



Detailverliebt

und akribisch haucht Hans-Georg Hierl den Häusern eine Seele ein. (Bilder wec)

Ebermannsdorf. (wec). Mit der neuen Stadt, die im alten Gutshof entsteht, wird nach Wilhelm Busch auch Ebermannsdorf Geschichte schreiben! Das Freilichttheater „Max und Moritz“ nimmt immer konkretere Formen an und weckt bei denjenigen, die schon einmal einen Blick hinter die Tore des früheren Gutshofs werfen durften, allergrößte Neugier auf das zu erwartende Highlight im Juli.

Die hölzernen Bauten der Kulissenstadt sind mittlerweile im Großen und Ganzen durch Schreinermeister Sigi König fertig gestellt, jetzt kommt die Farbe ins Spiel.

Künstler Hans-Georg Hierl, Mitinitiator und Organisator, arbeitet seit Wochen täglich bis zu zehn Stunden dort oben – ehrenamtlich versteht sich - und haucht den hölzernen Gesellen Leben ein. Nach der ersten grauen Grundierung sahen sie alle erstmal gleich aus. Jetzt werden die einzelnen Häuser durch die künstlerische Bemalung zu Individuen. Hans-Georg Hierl verbringt die meiste Zeit des Tages mit ihnen, nennt sie schon liebevoll seine „momentanen Lebensabschnittsgefährten“, und hatte in den vergangenen Regenwochen bei Wind und Wetter sicher nicht immer nur Spaß und Freude damit.

Ausgerüstet mit Farben und Pinseln in allen Größen und Formen kreiert er das Aussehen jedes einzelnen Gebäudes direkt vor Ort. Es gibt keinen Plan, keine Skizze oder Vorgabe, wie die Kulisse am Ende auszusehen hat. Nur zwei sind für das optische Gesamtkunstwerk zuständig: der Kopf und das Herz von Hans-Georg Hierl.

In seiner Phantasie entstehen diese Mitwirkenden des Festspiels – die Häuser. Mit jedem Pinselstrich, jedem kleinen liebevoll gestalteten Detail, wirkt das Ganze lebendiger. Man möchte fast die schmiedeeiserne Klinke drücken, oder die Glocke beim Müller ziehen. Beim Anblick der „frisch gebackenen“ Brezen im Ladenfenster von Meister Bäcker läuft einem direkt das Wasser im Mund zusammen und die Mietzekatze auf dem Fensterbrett des Müllers schnurrt behaglich in der Sonne.

Egal, ob es die duftenden frisch gepflückten Blumen in der getöpferten Vase vor dem Fenster sind, oder die Uhr über der Schultür, die kupferne Kirchturmspitze oder der Mühlstein neben der vom Wasserrad angetriebenen Mühle – die ganze Kulissenstadt versetzt den Betrachter auch jetzt schon, fünf Wochen vor der Premiere, in Anbetracht der verblüffend dreidimensionalen realistischen Wirkung in fassungsloses Staunen und helle Begeisterung.

So ganz nebenbei arbeitet Hierl in seiner eigenen Garage noch an der Gestaltung des späteren Kircheninnenraums, der dann an entsprechender Stelle hinter den geöffneten Kirchenportalen zu sehen sein wird. Und wenn die Hände am Abend wieder sauber sind, sitzt der Künstler, der sich mit Leib und Seele diesem Projekt verschrieben hat, noch an der Ausarbeitung der Fest-Broschüre zum Freilufttheater.

Man darf wirklich auf das endgültige Gesamtkunstwerk der „Max-und-Moritz-Stadt“ gespannt sein. Wer jetzt noch keine Karten für eine der elf Vorstellungen im Juli hat, kann diese immer noch ordern – im Internet über die Webadresse „www.okticket.de“. Hier kann jeder auch selbst checken, wie viele Plätze noch frei sind – wobei der Platz an sich eigentlich egal ist – es wird von jedem Platz auf der 300-Mann-Tribüne beste Sicht auf die Freilichtbühne sein.


Meldung vom 01.06.2010 Amberger Zeitung