Freilichtbühne Ebermannsdorf

Pressebericht vom 23.12.2009

Zwei Lausbuben im Gutshof

Kartenvorverkauf für Ebermannsdorfer Freilichtbühne hat begonnen

Von Franziska Biederer

Die Bühnenstadt ist fertig geplant und entworfen: Max und Moritz werden dort ab Juli 2010 die Bürger ärgern und triezen. Ab sofort läuft der Vorverkauf für dieses Ebermannsdorfer Spektakel.

Ebermannsdorf. Die Brücke ist angesägt und Schneider Böck ist mit provozierenden Rufen aus seiner Stube gelockt. Man ahnt, was Max und Moritz im Schilde führen. Doch auch zwei Ebermannsdorfer haben derzeit etwas ausgeheckt: Die beiden Initiatoren Hans Georg Hierl und Siegfried König errichten eine Stadt in einem Vierseithof. Die Streiche, die sich Wilhelm Busch vor fast 150 Jahren ausgedacht hat, wird die Ebermannsdorfer Freilichtbühne dort im kommenden Jahr szenisch umsetzen.
„Jeder kennt die Geschichten, aber keiner hat sie je aufgeführt gesehen“, sagt Hierl. Nichts wäre also naheliegender gewesen, als sich für diese Geschichte zu entscheiden, die, vom Enkel bis hin zur Großmutter, jedem Familienmitglied bekannt ist. Ein Gutshof in Ebermannsdorf schien wie gemacht für eine Freilichtbühne, auf der Geschichten wie die Lausbubenstreiche aufgeführt werden können. Denn: In den Räumen der früheren Stallungen können sich die Schauspieler beispielsweise umkleiden. Der Vierseithof schließt außerdem einen kleinen Hang mit der idealen Steigung für eine Tribüne ein. Und auf einer großflächigen Ebene können König und Hierl andererseits das Bühnenbild mit bemalten Häusern aus Holz und einem „echten“ Bach mit Mühlrad erbauen.
Buschs Reime werden in dieser Bühnenstadt bei den Aufführungen dann auch auf besondere Art Gestalt annehmen. Wenn es heißt „und schon ist er auf der Brücke, Kracks! Die Brücke bricht in Stücke“, wird Schneider Böck beispielsweise auf der Bühne in einen, eigens dafür angelegten, „echten“ Bach fallen. Und auch sonst steckt das Bühnenbild für die szenische Umsetzung aller Streiche voller technischer Raffinessen.
Entworfen hat dieses Hierl. König hat dazu ein Holzmodell im Maßstab eins zu zehn angefertigt. Und sie folgen dem Motto: Dieses war der erste Streich, doch der zweite folgt sogleich. Denn in den kommenden Monaten werden sie diese Stadt in enger Zusammenarbeit in Originalgröße umsetzten und das völlig ehrenamtlich. Die Aufführungen sind schließlich auch als Benefizveranstaltung gedacht. Die Gemeinde Ebermannsdorf, der Veranstalter des Theaters, wird den Erlös zur Restaurierung der Johanneskirche verwenden.
Kallmünzer Regisseur Bernhard Hübl, Spielleiter Franz Pfab und Laiendarsteller aus der ansässigen Bevölkerung arbeiten bereits seit Oktober gemeinsam an dem Stück. Die Premiere ist im kommenden Jahr am 11. Juli. Zehn weitere Vorstellungen sind geplant. Der Kartenvorverkauf dazu läuft ab sofort.
Der Onlinevorverkauf ist auf www.okticket.de möglich. Weitere Informationen auf www.freilichtbuehne.ebermannsdorf.de.

Meldung vom 23.12.2009 Rundschau Amberg