Freilichtbühne Ebermannsdorf

Pressebericht vom 26.04.2010

Die Max-und-Moritz-Stadt nimmt Formen an

von links

2.Bgm. Michael Götz, Siegfried König, Spielleiter Franz Pfab, Künstler Hans-Georg Hierl, 1.Bgm. Josef Gilch, 3.Bgm. Franz Elsner

Ebermannsdorf. (awe) / (wec). Die Max-und-Moritz-Stadt auf dem Schlossberg nimmt - zehn Wochen vor der Premiere am 11. Juli - allmählich immer konkretere Formen an. Bei einem vor-Ort-Termin stellte das Organisatorenteam Hans-Georg Hierl und Siegfried König den drei Gemeindeoberhäuptern Josef Gilch, Michael Götz und Franz Elsner den aktuellen Zustand der Freilichtbühne vor. Hierl freute sich, dass die Zusammenarbeit mit seinem Teampartner König nach der gemeinsamen Idee und der allmählichen Realisierung des Projekts uneingeschränkt fruchtbar und für alle Beteiligten ansteckend euphorisch wirke.

Die drei Bürgermeister zeigten sich sehr beeindruckt von der Kulisse, die im Groben bereits komplett aufgebaut ist. Dass das mit Schwerstarbeit verbunden war, ließ der als Bühnenbauer engagierte Spielleiter Franz Pfab vernehmen. Bereits im Herbst des vergangenen Jahres hatten die Schreinerarbeiten in der Werkstatt von Sigi König begonnen. Das, was zunächst im Modell entstanden war, ist mittlerweile alles maßstabsgetreu in Originalgröße nachgebaut. Beim Transport der haushohen Fertigteile den steilen Berg hinauf und später zum Aufstellen der Wände auf der mit 50 Tonnen Schotter aufgeschütteten Fläche war neben schwerem Gerät auch die Muskelkraft und das Geschick der ganzen Familien gefordert. Drei Tage benötigte das Team zum Aufbau und an die dreitausend Schrauben versenkte Franz Pfab bis jetzt im Holz der Häuser.

Mit schelmischem Grinsen machten die Veranstalter neugierig auf die vielen Überraschungseffekte, die die Bauten später hervorbringen werden, ließen sich aber trotz hartnäckiger Nachfrage keine Details aus der Nase ziehen. „Sie werden aus dem Staunen nicht mehr heraus kommen und sich vor Lachen nicht mehr halten können!“, versicherten sie bestens gelaunt.

Im Moment zeigen sich alle Bauten noch im Einheitsgrau der Grundierung, lediglich der Kirchturm lässt bereits erahnen, dass hier kein einfacher Maler, sondern ein echter Künstler am Werk ist. Hans-Georg Hierl hat der Kirchenkuppel in acht gemalten Schichten eine täuschend echt aussehende, kupferne Außenhaut verpasst, die Kirchturmuhr aufgemalt und auch den Rest dieses oberen Turmstücks einzigartig künstlerisch gestaltet. Der Betrachter steht fasziniert davor und kann nicht glauben, dass sich hier ein Holzbauwerk vor ihm befindet. Die Patina der Kirchenkuppel, der Schatten, den das Dach auf die Wand wirft, ja sogar die perspektivisch perfekt eingepassten Fensterrundungen, alles wirkt so unglaublich dreidimensional und echt, als stünde tatsächlich ein aus Stein gehauener Kirchturm vor einem. Später wird dieser Teil des Turmes noch auf den Turmsockel gehievt werden, so dass man vom Dorf aus dann meinen wird, die Johanneskirche vor den Toren des Gutshofs hätte Nachwuchs bekommen.

Bürgermeister Josef Gilch zeigte sich sehr stolz auf das ehrenamtliche Engagement, das seine Bürger bereits seit Monaten während ihrer Freizeit an den Tag legen. Diese Leistung wäre gar nicht bezahlbar und dient doch im Ergebnis einzig und allein der Restaurierung der altehrwürdigen Johanneskirche. Die Gemeinde unterstützt das Vorhaben aus diesem Grund ganz und gar, stellt Maschinen und Gelder zur Verfügung und steht auch hinter der gesamten Infrastruktur im Umfeld der elf Aufführungen.

„Die Leute, die sich hier so unglaublich engagiert mit einbringen, sind nicht mit Gold aufzuwiegen“, so Gilch. Nach den beiden „Schöpfern“ des Ganzen, Sigi König und Hans-Georg Hierl, die beide ihre Talente zu hundert Prozent und unentgeltlich einbringen, erwähnte er beispielsweise auch die Schneiderin der Kostüme, Erna Widenbauer, die mit geschickten Händen und flinken Nadeln die späteren Protagonisten einkleidet und dafür unzählige Stunden ihrer Freizeit opfert. Viele handwerklich begabte Männer und Frauen stellen ihr Wissen und ihre Arbeitskraft zur Verfügung ohne einen Cent dafür zu verlangen.

Bereits jetzt ist der Run auf die Karten enorm, sechzig Prozent sind bereits verkauft und die Vormittagsvorstellungen für Schulen und Kindergärten ausverkauft. 300 Leute kann die Tribüne pro Vorstellung aufnehmen und auch die Organisation des Rahmenprogramms läuft bereits auf vollen Touren. So ist die Verpflegung der Gäste gesichert, ein Team wird für einen reibungslosen Ablauf der Verköstigung während der Pause sorgen. Richard Widenbauer wird landwirtschaftliche Flächen als Parkplätze zur Verfügung stellen und für ausreichend sanitäre Anlagen wird ebenfalls gesorgt sein.

Sehr dankbar zeigten sich die Veranstalter auch für das großartige Entgegenkommen des Gutshof-Eigentümers, Hubertus von Eyb. Er lasse die Arbeiter schalten und walten, stelle die kompletten Flächen und Gebäude zur Verfügung und stehe dem Ganzen absolut positiv und vertrauensvoll gegenüber. Ab dieser Woche wird das Team um Spielleiter Franz Pfab mit Regisseur Bernhard Hübl nach den bereits seit Wochen stattfindenden „Trockenproben“ im Pfarrsaal direkt in der Bühnenstadt proben.

Wer sich das vollendete Gesamtkunstwerk der Max-und-Moritz-Stadt mit seinen zahlreichen Raffinessen und Überraschungen und der grandiosen Leistung der vielen talentierten Schauspieler nicht entgehen lassen will, kann sich jederzeit unter www.okticket.de noch Eintrittskarten sichern.


Meldung vom 26.04.2010 Amberger Zeitung